BioEnergyReport  
   
   
  Grundlagen und Richtlinien

 

Grundlagen und Richtlinien
zur Ermittlung der Preisnotierungen f├╝r Mineral├Âlprodukte

TKW ab Raffinerie und Tanklager

Aktualisiert: 01.01.2011

 

1.) Erhebung der Preisinformationen

Die Erhebung erfolgt auf der Basis t├Ąglicher Gespr├Ąche und Interviews mit aktiven Marktteilnehmern. Die t├Ągliche Auswahl der angesprochenen Firmen bzw. Gespr├Ąchspartner richtet sich in Anzahl und Zusammensetzung nach der aktuellen Marktsituation. Dabei wird bewu├čt auf eine variable Auswahl der Informanten geachtet. Starre oder gar einseitige Informationsstrukturen werden vermieden, um ein H├Âchstma├č an Objektivit├Ąt sicherzustellen.

Der Grundstock der Informanten betr├Ągt ├╝ber 100 inl├Ąndische Firmen und umfa├čt Raffineriegesellschaften (A+B), Handelsgesellschaften, Gro├čh├Ąndler und Gro├čverbraucher, wobei von den weitaus meisten Firmen Preisinformationen ├╝ber mehrere Produkte und/oder Regionen eingeholt werden k├Ânnen.

 

2.) Auswertung der Preisinformationen

Um eine m├Âglichst repr├Ąsentative Preisnotierung f├╝r die aktuelle Marktsituation zu ermitteln, wird die Auswertung der Informationsgespr├Ąche nach den folgenden Grunds├Ątzen vorgenommen.

Ber├╝cksichtigt werden:

  1. ausschlie├člich die aktuellen Handelspreise ab Raffinerie bzw. Lager, die im Tagesgesch├Ąft gemacht werden. Unter Tagesgesch├Ąft werden Neuabschl├╝sse verstanden, die an dem reportierten Tag f├╝r kurzfristige Abholung in den n├Ąchsten Tagen gemacht werden.

2.      nur Preise, zu denen mehrfach Abschl├╝sse get├Ątigt wurden oder h├Ątten mehrfach get├Ątigt werden k├Ânnen,

3.      nur Preise f├╝r Ware, die qualitativ als marktgerecht und handels├╝blich gilt,

4.      nur Preise f├╝r Mengen, die unter den jeweils gegebenen Marktverh├Ąltnissen als quantitativ angemessen f├╝r Gro├čhandelsabschl├╝sse gelten k├Ânnen,

Bewu├čt nicht ber├╝cksichtigt werden:

  1. Festmengen, ├ťberhangsmengen, Kombinationsmengen oder exklusive Vereinbarungen insbesondere zwischen verbundenen Gesellschaften,

2.      zur├╝ckgerechnete Preise fot bzw. fob auf der Grundlage abgeschlossener frei-Haus-Preise.

3.) Festlegung der Notierungen

Bei der endg├╝ltigen Festlegung der Notierungen werden die ermittelten aktuellen Tagespreise der einzelnen Produkte so in Preisspannen zusammen gefasst, da├č der Kernbereich des Marktes und seine Tendenzen aussagef├Ąhig - repr├Ąsentativ und aktuell - dargestellt werden, zwischen einem unteren Grenzwert (auch sog."low") und einem oberen Grenzwert (auch sog. "high"). Der arithmetische Mittelwert, h├Ąufig Anhaltspunkt f├╝r Preisfestlegungen im Rahmen O.M.R.-Notierungsgebundener Vertr├Ąge, wird auch als "Medium", "mean" oder "mid" bezeichnet.

Sollten Marktbewegungen ohne Handel stattfinden, da die Preisvorstellungen der Anbieter und Nachfrager zu unterschiedlich sind, so erfolgt dennoch zur Darstellung der ver├Ąnderten Marktsituation eine Anpassung der Notierungen an die aktuellen Marktgegebenheiten in der Form, da├č bei einem steigenden Markt die Gebote der K├Ąufer, und bei einem fallenden Markt die Offerten der Verk├Ąufer Ber├╝cksichtigung finden. Diese Art der Ber├╝cksichtigung sichert die Darstellung der Marktm├Âglichkeiten und vermeidet die Notierung von Extremwerten.

Die Angabe der Notierung erfolgt in:

1.      EUR/100l fot ab Deutscher Raffinerie oder Lager incl. Mineral├Âlsteuer, EBV, IWO;
Grundlage f├╝r Benzin- und Dieselpreise ist Ware mit sog. Handelsadditiven

 

2.      EUR/Mton ab Deutscher Raffinerie oder Lager excl. Steuern, excl. EBV, excl. IWO. Auf der Basis eines Spez.-Gew.:
Super: 0.755, Super E10 0.755, Diesel 0.845, Heiz├Âl EL: 0.845, BioDiesel: 0.883;
Grundlage f├╝r Benzin- und Dieselpreise ist Ware mit sog. Handelsadditiven

 

3.      SFR/Mton cif Basel auf der Basis einer Dichte von max. 0.860 f├╝r Leichtes Heiz├Âl.

 

4.) G├╝ltigkeitsbereiche der Notierungen

Die f├╝r die Inlandsnotierungen gew├Ąhlten Regionalbezeichnungen entsprechen den sieben gro├čen deutschen Raffinerie- und Lagerzentren (Marktorte) sowie Basel, die gleichzeitig auch als Zentren der Preisbildung gelten:

Regionalbezeichnung

Marktort

Norden:

Hamburg

Osten:

Berlin

Seefeld:

Seefeld

S├╝d-Osten:

Leuna

Westen:

Duisburg, Gelsenkirchen, Essen

Rhein-Main:

Gro├čraum Frankfurt

S├╝d-Westen:

Karlsruhe

S├╝den:

Neustadt, Vohburg, Ingolstadt

 

5.) Daten

 

a) Dichte

neu:

Basis sind die mittleren Werte f├╝r die einzelnen Produkte.

Deutschland

 

Super:

 

0,755 kg/Liter

 

 

Super E10:

 

0,755 kg/Liter

 

 

Dieselkraftstoff:

 

0,845 kg/Liter

 

 

Leichtes Heiz├Âl:

 

0,845 kg/Liter

 

 

Bio-Diesel

 

0,883 kg/Liter

Schweiz

 

Leichtes Heiz├Âl:

 

max. 0,860 kg/Liter

 

Alt:

Basis sind die mittleren Werte f├╝r die einzelnen Produkte.

Deutschland

 

Superbenzin:

 

0,755 kg/Liter

 

 

Normalbenzin unverbleit:

 

0,745 kg/Liter

 

 

Dieselkraftstoff:

 

0,845 kg/Liter

 

 

Leichtes Heiz├Âl:

 

0,845 kg/Liter

Schweiz

 

Leichtes Heiz├Âl:

 

max. 0,860 kg/Liter

 

b) Mineral├Âlsteuer (ab 01.01.2003)

 

neu:

Benzin:

 

EUR/cbm 654,50

 

(Premium)

Dieselkraftstoff, max. 10 ppm S:

 

EUR/cbm 470,40

 

(Diesel)

Leichtes Heiz├Âl max. 50 ppm S

 

EUR/cbm 61,35

 

(Gasoil)

Leichtes Heiz├Âl 50-1000 ppm S (ab 01.01.2009)

 

EUR/cbm 76.35

 

(Gasoil)

Schweres Heiz├Âl:

 

EUR/ton 25,00

 

(HFO 1 pct)

 

Alt:

Superbenzin Plus unverbleit, 98 ROZ, max. 10 ppm S:

 

EUR/cbm 654,50

 

(Premium)

Superbenzin unverbleit, 95 ROZ, max. 10 ppm S:

 

EUR/cbm 654,50

 

(Premium Unleaded)

Normalbenzin unverbleit, 91 ROZ, max. 10 ppm S:

 

EUR/cbm 654,50

 

(Regular Unleaded)

Dieselkraftstoff, max. 10 ppm S:

 

EUR/cbm 470,40

 

(Diesel)

Leichtes Heiz├Âl max. 50 ppm S

 

EUR/cbm 61,35

 

(Gasoil)

Leichtes Heiz├Âl 50-1000 ppm S (ab 01.01.2009)

 

EUR/cbm 76.35

 

(Gasoil)

Schweres Heiz├Âl:

 

EUR/ton 25,00

 

(HFO 1 pct)

 

 

c) EBV-Beitragss├Ątze

 

 

Erzeugnisgruppe I

 

Erzeugnisgruppe II

 

Erzeugnisgruppe III

 

 

(Motorenbenzin:)

 

(Diesel, leichtes Heiz├Âl, Leucht├Âl,

Flugturbinenkraftstoff auf Petroleumbasis)

 

(mittelschweres oder schweres Heiz├Âl)

ab 01.04.2003

 

EUR/t 6,13

=

EUR/cbm 4,60

 

EUR/t 4,62

=

EUR/cbm 3,90

 

EUR/t 4,10

ab 01.04.2007

 

EUR/t 5,53

=

EUR/cbm 4,15

 

EUR/t 4,14

=

EUR/cbm 3,50

 

EUR/t 3,70

ab 01.04.2008

 

EUR/t 5,47

=

EUR/cbm 4,10

 

 

 

 

 

 

ab 01.04.2010

 

EUR/t 4,90

=

EUR/cbm 3,70

 

EUR/t 3,79

=

EUR/cbm 3,20

 

EUR/t 3,30

Beitragss├Ątze seit 01.12.1978

 

d) IWO-Abgabe f├╝r HEL (ab 01.11.2007):   EUR/cbm 0.70

┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á┬á (ab 01.01.2002):   EUR/cbm 0.50

 

 

e) Besteuerung biogener Kraftstoffe

Beschreibung: Die rechtlichen Rahmenbedingungen f├╝r Biokraftstoffe in den EU-Mitgliedsstaaten sind in der Biokraftstofff├Ârderrichtlinie 2003/30/EG

und der Energiesteuer-Richtlinie 2003/96/EG vorgegeben.

Die EU-F├Ârderrichtlinie legt f├╝r das Jahr 2005 einen Mindestbiokraftstoff-Anteil von 2 Prozent fest, der im Jahr 2010 den Wert von 5,75 Prozent erreichen soll.

Um das in Deutschland zu erreichen, wurde zun├Ąchst die Steuerbefreiung f├╝r Biokraftstoffe ab 1. Januar 2004 durch ├änderung des Mineral├Âlsteuergesetzes eingef├╝hrt.

Im August 2006 wurde dieses Gesetz durch das Energiesteuergesetz (EnergieStG) abgel├Âst.

Das sieht eine stufenweise Anhebung der Steuerbelastung f├╝r Pflanzen├Âl und Biodiesel vor. Werden Biokraftstoffe in der Landwirtschaft eingesetzt,

sind sie von der Energiesteuer befreit. Weiterhin sind Ethanolkraftstoffe mit einem Bioethanolanteil von 70 bis ├╝ber 90 % als besonders f├Ârderungsw├╝rdige Biokraftstoffe

eingestuft und steuerbeg├╝nstigt.

Das zweite wesentliche Gesetz, das den Biokraftstoffmarkt bestimmt, ist das Biokraftstoffquotengesetz (BiokraftQuG). Es ist ein Artikelgesetz, d.h. ein Gesetz,

durch das andere Fachgesetze wie das Energiesteuergesetz und Bundesimmissionsschutzgesetz ge├Ąndert werden. Ab 1.

Januar 2007 sind im Gesetz Mindestquoten f├╝r die Beimischung von Biokraftstoffen zu Benzin und Diesel vorgesehen.

Am 18. Juni 2009 hat der Deutsche Bundestag dem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur ├änderung der F├Ârderung von Biokraftstoffen vom 1. Dezember 2008 zugestimmt.

Der Gesetzesbeschluss sieht folgende Änderungen vor:

 

  • Die Energiesteuer f├╝r Biodiesel wird f├╝r 2009 r├╝ckwirkend um 3 Cent je Liter vermindert. Daraus ergeben sich folgende Steuers├Ątze:

 

Biodiesel:

 

01.08.2006

 

01.01.2007

 

01.01.2008

 

01.01.2009

 

01.01.2010

 

01.01.2011

Steuer (ct/l):

9,00

 

8,86

 

14,88

 

18,29*

 

18,60**

 

18,60

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*R├╝ckwirkend zum 01.01.2009 trat ein geminderter Steuersatz von 18,29 in Kraft (vorher 21,41).

**R├╝ckwirkend zum 01.01.2010 trat ein geminderter Steuersatz von 18,60 in Kraft (vorher 24,50).

 

Pflanzen├Âlkraftstoff:

 

01.08.2006

 

01.01.2007

 

01.01.2008

 

01.01.2009

Steuer (ct/l):

0,00

 

2,07

 

9,86

 

18,46

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6.) Beimischung von Biokraftstoffen

Ab dem 1. Januar 2007 erfolgt eine Beimischung von Biokraftstoffen zu den konventionellen Kraftstoffen auf der Grundlage des sog. Biokraftstoffquotengesetzes.

Die H├Âhe der zu erf├╝llenden Quote bezieht sich - wie nachfolgend in der Tabelle dargestellt - jeweils auf den Energiegehalt der in Verkehr gebrachten Mengen an Kraftstoff.

 

 

 

01.01.2007

 

01.01.2008

 

01.01.2009

 

01.01.2010

 

01.01.2011

 

01.01.2012

 

01.01.2013

 

01.01.2014

 

Laut Gesetz vom 15.07.2009, welches zum

21.07.2009 in Kraft trat, wurde die Gesamtquote

 rückwirkend zum 01.01.2009 von 6,25% auf

5,25% gesenkt.

Biodiesel:

 

4,40

 

4,40

 

4,40

 

4,40

 

4,40

 

4,40

 

4,40

 

4,40

 

Pflanzen├Âl:

 

4,40

 

4,40

 

4,40

 

4,40

 

4,40

 

4,40

 

4,40

 

4,40

 

Ethanol:

 

1,20

 

2,00

 

2,80

 

2,80

 

2,80

 

2,80

 

2,80

 

2,80

 

Gesamtquote:

 

 

 

 

 

5,25

 

6,25

 

6,25

 

6,25

 

6,25

 

6,25

 

Ab dem Jahr 2015 wird die energetische Quote durch eine zu erreichende Treibhausgasminderung ersetzt.

 

  • Der Gesetzentwurf zur ├änderung der F├Ârderung von Biokraftstoffen sieht ab 2009 ├änderungen der Gesamtquote Biokraftstoffe und ab 2010 ├änderungen der Unterquote Bioethanol vor.
  • Gesamtquote, Dieselquote und Benzinquote gelten nur noch bis Ende 2014.
  • Ab 2015 erfolgt die Umstellung von der energetischen Biokraftstoffquote auf eine Klimaschutzquote zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen durch Biokraftstoffe. Die Quoten gestalten sich entsprechend dem BiokraftQuG und dem Gesetzentwurf zur ├änderung der F├Ârderung von Biokraftstoffen wie folgt: 

 

Wird die Quotenpflicht nicht eingehalten, drohen Sanktionen von 60 ct/l Biodiesel bzw. 90 ct/l Bioethanol.

  • Weiter sieht der Gesetzentwurf vor, dass der Mindestanteil von Biokraftstoffen nicht nur durch die Beimischung und reinen Biokraftstoff erf├╝llt werden kann, sondern auch durch die Zumischung von Biomethan zu Erdgaskraftstoff.
  • Biokraftstoffe, die bereits eine direkte staatliche F├Ârderung erhalten haben und f├╝r die keine Ausgleichs- und Antidumpingz├Âlle erhoben wurden, werden von der Quotenerf├╝llung ausgeschlossen. Das betrifft Soja-Biodiesel aus den USA (B 99).

 

7.) Abk├╝rzungen

SK

Superbenzin unverbleit

VK

Normalbenzin unverbleit

DK

Dieselkraftstoff

HEL

Heiz├Âl Extra Leicht

HS

Heiz├Âl Schwer

Fot

free on tank-lorry (TKW)

Fob

free on board

Cif

cost, insurance, freight

EUR

Euro

SFR

Schweizer Franken

Mton

Metrische Tonne (1000 kg)

Ppm

parts per million (Anteile pro Million)

EBV

Erd├Âlbevoratungsverband

IWO

Institut f├╝r wirtschaftliche ├ľlheizung

 

 

8.) Hinweis

In seinem Bestreben nach einer marktgerechten und repr├Ąsentativen Berichterstattung nimmt der O.M.R. Anpassungen seiner Berichtsinhalte vor, wenn Ver├Ąnderungen der Marktgegebenheiten dieses erforderlich machen. Solche Anpassungen werden rechtzeitig in den O.M.R.-Publikationen angek├╝ndigt.

 

 
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